Jugendfeuerwehren übten den Ernstfall

Erschienen am: 01. Mai 2014 | Bearbeitet von Florian Kissel

- Hilfeleistungseinsatz mit schwerem Gerät und Löscheinsatz mit Schaum -

An der Kläranlage Gernsheim demonstrierten die jungen Brandschützer unter der Leitung des Allmendfelder Jugendwartes Christian Meffert, seinem Stellvertreter Timo Adler sowie dem stellvertretenden Jugendwart Gernsheim Sven Kaiser und Einsatzkraft Daniel Maiss, wie im Ernstfall ein Löscheinsatz mit Schaummittel durchgeführt wird. Zu Beginn bereiteten sie die Wasserversorgung vom Tanklöschfahrzeug zum Verteiler durch, brachten den Zumischer, das Schaummittel und die Strahlrohre in Stellung. Dann hieß es „Wasser Marsch“! Es wurde mit Schwer-, Mittel und Leichtschaum geübt. Insgesamt wurden 120 Liter Schaummittel eingesetzt.

Zum Löschen mit Schaummittel werden Wasser, Luft und spezielles Schaummittel benötigt. Das Schaummittel wird mit Hilfe eines sogenannten Zumischers in die Wasserversorgung gemischt. Mit Hilfe des Schaumstrahlrohrs wird dann Luft in dieses Gemisch eingebracht.

Für diese Übung wurde als Schaummittel Badeschaum verwendet.

In Klein Rohrheim mussten die jungen Branschützer unter Leitung des Jugendwartes Gernsheim, Alexander Köth und seinem Kameraden Andre Schaffner, eine vermeintlich eingeklemmte Person aus dem Auto befreien. Zuerst mussten die Seitenscheiben des Autos fachmännisch entfernt werden. Die jungen Helfer verklebten diese mit Kunststoffklebeband um eine Verletzung einer vermeintlich eingeklemmten Person durch Splitter zu vermeiden. Dann wurden die Scheiben mit einem Körner (spitzer Schlagbolzen) zur Splitterung gebracht und entnommen. Jetzt mussten die jungen Brandschützer den Weg für Ersthelfer über die Frontscheibe des Autos gewährleisten. Dazu benutzten sie einen eineinhalb Kilo schweren „Glas-Ex“. Mit diesem mechanischen Spezialwerkzeug schlugen sie ein Loch in die Frontscheibe und sägten unter enormer Kraftanstrengung diese aus ihrem Rahmen heraus. So könnten im Ernstfall die ersten Maßnahmen an einer verletzten Person durchgeführt werden

Um einen barrierefreien Zugang zu verletzten Personen durch Ersthelfer und Notarzt zu gewährleisten mussten nun die Türen des Autos entfernt werden.

Dazu knackten die jungen Brandschützer die Scharniere der Autotüren mit dem fast 20 Kilo schweren hydraulischen Spreizer der mit einem Druck von bis zu 600 bar eine Kraft von mehreren Tonnen bewegen kann. So können Autotüren entfernt werden und Ersthelfer sowie Notarzt können erste Maßnahmen an einer verletzten Person vornehmen. Danach trennten sie mit der etwa 17 Kilo schweren hydraulischen Rettungsschere das Dach des Fahrzeugs ab. Dies garantiert eine leichtere und risikoärmere Bergung von verletzten Personen.

Nach einer guten Stunde hatte das Fahrzeug keine Fenster und keine Türen mehr, das Dach war nach hinten abgeklappt.

Gegen Mittag wurden die jungen Brandschützer durch die Kameraden der Feuerwehr Klein-Rohrheim um den Wehrführer Peter Hellfrich seinem Stellvertreter Christian Galley, Peter Fertig und Petra Hellfrich verpflegt.

Alexander Köth stufte die Übung als sehr anspruchsvoll und sehr gelungen ein. Die Jugendfeuerwehren haben „alles gegeben“ und alles „richtig gemacht“.

Die Jugendfeuerwehren Gernsheim und Allmendfeld bedanken sich auf diesem Wege bei allen Helfern die diese offene Übung unterstützt haben. Ein besonderer Dank geht an die Firma OTTO Cosmetic GmbH aus Groß-Rohrheim für die kostenlose Bereitstellung des Schaummittels (Badeschaum) sowie an die Firma Öhlschläger GmbH aus Pfungstadt/Hahn für die kostenlose Bereitstellung der beiden Fahrzeuge.

Solltest Du 10 bis 16 Jahre alt sein, Interesse an Technik sowie den Mut haben sich für andere einzusetzen, dann werde Mitglied in der Jugendfeuerwehr. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Du kannst Dich beim Jugendwart Alexander Köth unter der Telefonnummer 06258/989504 informieren, eine E-Mail an jf.gernsheim[at]feuerwehr-gernsheim.de schreiben oder kommst persönlich montags ab 18:00 zu Feuerwache Gernsheim.

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