Feuerwehr Gernsheim übte bei über 1.000 Grad

Erschienen am: 09. Oktober 2014 | Bearbeitet von Florian Kissel

Die Open Grid Europe, hervorgegangen aus der E.ON Gastransport (E.ON Ruhrgas Essen) und MEGAL betreiben in Gernsheim  Speicher- und Verdichterstationen für die internationale und nationale  Erdgasversorgung. Mit einem Rohrleitungsnetz von annähernd 712 km ist Gernsheim einer der größten Knotenpunkte Deutschlands. Da das Thema Sicherheit für das Unternehmen sowie für die Feuerwehr Gernsheim ganz oben stehen, findet jährlich eine große Übung auf dem Betriebsgelände in Gernsheim statt.

Mit 4 Fahrzeugen der Feuerwehr Gernsheim sowie 2 Fahrzeugen der Feuerwehr Allmendfeld wurde angerückt. Unter schwerem Atemschutz gingen die Angriffstrupps vor, suchten nach der vermissten Person und machten den angenommen Brandherd aus. Die vermisste Person war binnen weniger Minuten gefunden und gerettet, der angenommen Brand schnell unter Kontrolle und nach 20 Minuten gelöscht.

Doch an ein Übungsende war noch nicht zu denken. In einem zweiten Übungsteil wurde unter realen Brandbedingungen der Umgang mit Hitzeschutzkleidung geübt.

Die Open Grid Europe in Gernsheim hat zu diesem Zweck ein eigenes Übungsfeld sowie einem "Gasbaum" mit welchem der Gasaustritt aus einem Rohrleitungssystem simuliert werden kann. Die Techniker von Open Grid zündeten kontrolliert für die Gernsheimer Feuerwehr den Gasbaum sowie das Übungsfeld. Mit bis zu 10 bar Druck strömt das Erdgas dann aus der Leitung. Die dann entstehende Flamme ist über 10 Meter hoch und wird über 1.000 Grad heiß.

Oft hilft dann nur noch das Gas abzustellen und somit der Flamme einer ihrer Grundlagen zu entziehen. Doch nicht immer befindet sich der Hahn oder Regler zum Absperren des Gases frei zugänglich. So übte die Feuerwehr Gernsheim und Allmendfeld das Szenario, dass der Absperrhahn in unmittelbarer Nähe zur Flamme sitzt. Um an diesen Hahn oder Regler zu gelangen müssen die Feuerwehreinsatzkräfte spezielle Feuerschutzanzüge anziehen. Mit diesen sogenannten Annäherungsanzügen für spezielle Brandbekämpfung können die Feuerwehreinsatzkräfte an Brände mit intensiver Strahlungswärme von ca. 1.200 Grad Celsius vorrücken.

Die Temperatur der Außenfläche des Anzuges kann dabei 200 Grad Celsius überschreiten, während die Temperatur an der Anzuginnenseite knapp über 30 Grad Celsius beträgt. Bis zu 7 Minuten hält der Anzug der enormen Hitze- und Flammeneinwirkung stand. Mit Atemschutzgerät und Feuerschutzanzug näherten sich die Feuerwehreinsatzkräfte den gewaltigen Flammen und simulierten so den Ernstfall.

Wie am Freitag geübt ist das in etwa die Zeit, die der Feuerwehr ausreichen muss, um das strömende und brennende Gas "abzuschiebern". Eine Stunde lang übten die Feuerwehreinsatzkräfte aus Gernsheim und Allmendfeld dieses körperlich sehr anstrengende Szenario.

Stadtbrandinspektor Tobias Bornhofen und die zuständige Fachkraft der Open Grid Frau Bechert waren mit der Übung überaus zufrieden.

Sollte der Funke übergesprungen sein und Sie haben Interesse an den Übungen der Feuerwehr Gernsheim, so kommen Sie Freitags ab19:30 Uhr zum Feuerwehrhaus in der Pfälzer Str. 1 in Gernsheim.

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